Spannend ist nicht, ob ein Kind Reis oder Raffaello mag, sondern wie früh Menschen beginnen, sich innere Grenzen zu bauen, bevor eine echte Erfahrung überhaupt stattfinden durfte. Genau darin liegt der Kern deiner Metapher. Nicht der Geschmack entscheidet, sondern die Haltung davor. In Unternehmen, Beziehungen und im eigenen Wachstum ist es oft dasselbe Prinzip. Wir treffen unbewusst Entscheidungen über Erfolg, Risiko, Menschen oder Chancen, noch bevor wir sie wirklich kennengelernt haben. Und damit bestimmen wir das Ergebnis, bevor es Realität werden darf. Wenn man sich dessen bewusst ist, kann man damit anders umgehen. Das ist kein Vorwurf, sondern ein Mechanismus des Gehirns. Schutz vor Unbekanntem. Nur wer lernt, diese automatische Vorentscheidung wahrzunehmen und bewusst zu hinterfragen, entwickelt echte Freiheit und Gestaltungsfähigkeit. Man muss nicht alles mögen. Aber wer nie kosten will, erlebt auch nichts Neues. Genau darin steckt Führung, sich selbst und andere daran zu erinnern, dass Offenheit nicht Naivität ist, sondern die Voraussetzung für Entwicklung.