Seit 14 Jahren bin ich jeden Freitag in einem mittelständischen Unternehmen im Ruhrgebiet. Berufliche Gesundheitsförderung auf Initiative der Firmeninhaberin. Sieben Menschen kommen an diesem Tag zu mir, setzen sich auf meinen mobilen Behandlungsstuhl, erzählen mir, was gerade so ist - und vertrauen sich für 18 Minuten meinen Händen an. Jede dieser Begegnungen ist anders. Letzten Freitag war die siebte Begegnung für mich außergewöhnlich. Asim ist ungefähr 40. Er arbeitet in der Fertigung, schweißt Metallteile, boxt in seiner Freizeit. Durchtrainiert, selbstsicher, freundlich. Ein höflicher Mann, der mich jedes Mal zuerst fragt, wie es mir geht. Nicht beiläufig, mit echtem Interesse. Wenn er auf meinem Stuhl sitzt, nehme ich noch etwas anderes wahr: Eine Wachsamkeit, eine Grundspannung, die nie ganz loslässt. Besonders an seinen Armen. Wenn ich sie entspanne und hängen lasse, nimmt er sie fast immer sofort wieder hoch auf die Armablage - wie eine Deckung, die sich von selbst wieder schließt. Letzten Freitag war das anders... "Die Umarmung des Boxers" in ganzer Länge ist hier. Ich freue mich über Lektüre und Likes und wünsche Dir ein spürbar entspanntes Wochenende!